Hallo,
Struvitsteine/Kristalle sind nicht selten ein Resultat falscher Fütterung. D.h. ein Umstellen des Futters kann, je nach Stadium, Besserung bringen und zumindest eine (Neu)bildung von Steinen/Kristallen vorbeugen.
Neben der Prophylaxe müssen natürlich bereits entstehende Steine entfernt werden. Dies geschieht i.d.R. durch eine Erhöhung des Harnvolumens und Erhöhung der Löslichkeit der Salze.
Was genau bekommt deine Katze denn? Handelt es sich garantiert "nur" um Kristalle?
Ist das Tier übergewichtig?
Katzen sind reine Fleischfresser. Ihre natürliche Nahrung enthält wenig Kohlenhydrate und viel Feuchtigkeit. Verschiedene Fertigfuttermittel, besonders Trockenfutter, sind jedoch häufig genau das Gegenteil und führen daher zu entsprechenden Problemen.
Struvitsteine entstehen durch Kristalle, die ausfallen, wenn die Bedingungen im Harn entsprechend sind.
Ob Kristalle ausfallen oder nicht hängt vor allem vor der Menge an Flüssigkeit und der Zusammensetzung des Harns ab.
Struvitsteine entstehen unter anderem durch:
- Übersättigung des Harns mit struvitbildenden Komponenten
- Mangel an Komplexbildenden Substanzen
- Organischen Bestandteilen (Bakterien, Zellen des Harntraktes...)
Folgende Faktoren können Struvitsteine begünstigen:
- Geringer Feuchtigkeitsgehalt des Futters. Es ist nachgewiesen, dass Katzen, die mit TroFu gefüttert werden trotz zusätzlicher Wasseraufnahme in der Regel weniger Flüssigkeit zu sich nehmen als Katzen, die mit Feuchtfutter gefüttert werden. Idealerweise wird selbst Feuchtfutter zusätzlich mit Wasser angereichert.
Je weniger Flüssigkeit, desto eher kommt es zu einer Übersättigung und desto weniger werden organische Bestandteile und bereits bestehende Kristalle ausgeschwemmt
- Mangel an schwefelhaltigen Aminosäuren, wie im Fleisch enthalten. Diese sorgen für eine natürliche Absenkung des PH-Wertes und verhindern die Bildung von Struvitsteinen. Getreide hingegen führt zu einem basischen Urin und begünstigt damit entsprechende Steine.
- Verschiedene andere Substanzen (Kalium, Ammonium, Kalzium...), die z.B. Harn ansäuern, Ausscheidungen anderer Substanzen beeinflussen, Komplexe bilden etc. und daher in richtigem Verhältnis zugeführt werden müssen.
Inzwischen bietet die Futtermittelindustrie Futtermittel an, die den Harn entsprechend ansäuern sollen. Jedoch kann eine ständige Produktion von saurem Harn gesundheitsschädlich für Katzen sein. Der Säure-Base-Haushalt kann gestört werden, der Kaliumspiegel absinken, Nierenschäden entstehen. Chronische Nierensuffizienz ist nicht selten die Folge (Laut einer Studie 3 von 9 Katzen bei entsprechendem Futtermittel).
Bei kohlenhydratreicher Fütterung ist eine 2-3fach starke Ansäuerung im Vergleich zu artgemäßer Fütterung nötig, was leicht zu einer Überdosierung und entsprechenden Folgen führen kann.
Auch wird nicht selten mit Mitteln (z.B. DI-Methionin) angesäuert, die Nieren- und Knochen schädigen können. Von daher sind solche Futtermittel nicht zu empfehlen.
Zudem sollte das Risiko von Kalziumoxalat nicht unterschätzt werden. Es muss vermieden werden, nun ins andere Extrem abzurutschen.
Eine ausgewogene, artgemäße und angepasste Fütterung mit hochwertigen (Feucht-(!))Futtermitteln ist in solchen Fällen (und wohl auch sonst) das sinnvollste. Man sollte sich hier nicht auf die Aussagen von Tierärzten verlassen, denen mangelt es nicht selten am nötigen Wissen.
Von daher empfehle ich, sich aus verschiedenen Quellen über entsprechendes selbst zu informieren. Inzwischen werden auch Fertigfuttermittel angeboten, die dem natürlichen Bedürfnis der Hauskatze entsprechen.