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  #1 (permalink)  
Alt 11.01.2008, 18:02
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Der Geist ist willig...
 
Registriert seit: 09.11.2007
Beiträge: 4
Standard Zahnfleischentzündung bei Kater, alle Zähne raus??

Hallo
Mein 14 Jahre alter Kater hat seit vielen Jahren eine chronische Zahnfleischentzündung.
Alle 4-6 Monate hatte er Zahnsteinentfernung mit anschließender Antibiotikabehandlung. Bis vor kurzem reichte das aus. Jetzt hat die letzte Behandlung nichts geberacht. Ein teures Antibiotikum speziell für Zahnfleischentzündungen und als letzter Versuch kombiniert mit Cortison hilft auch nicht lange. Nach 2 Wochen riecht er wieder wie verwest aus dem Maul und das Zahnfleisch ist stark entzündet.
Zum Glück frißt er trozdem gut.
Meine Tierärztin meinte es sei eine Autoimmun- Reaktion. Das könne man testen und wenn es das wäre, alle Zähne ziehen, dann wäre Ruhe.
Auf das Cortison fing er plötzlich an zu trinken wie verrückt und da Cortison gerade bei alten Tieren einen Diabetes auslösen kann und ohnehin nichts gebracht hat, erscheint mir die Lösung mit dem Zähne ziehen am besten
Wer hat Erfahrung mit so einer Erkrankung? Werden alle Zähne auf einmal gezogen oder nach und nach? Zwei Zähne sind übrigens schon draußen.
Was ist das für ein Test der da vorher gemacht werden muß?
Meine Tierärtzin hat mir erklärt, falls es keine Autoimmun- Reaktion wäre, würde Zähne ziehen nichts bringen.
Bitte teilt mir Eure Erfahrungen mit.
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  #2 (permalink)  
Alt 11.01.2008, 20:18
Benutzerbild von Wölkchen
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wohnt hier im Zoo
 
Registriert seit: 20.02.2007
Ort: Mannheim
Beiträge: 312
Standard

Hallo,
da hast Du ja ein tolles Thema angeschnitten! Unser Pako leidet auch an einer chronischen Zahnfleischentzündung. Hmm, wo soll ich nur anfangen???
Also, man unterscheidet verscheidene Arten einer Gingivitis oder Stomatitis genannt(Zahnfleischentzündung). Sie liegt entweder akut oder chronisch vor. Man unterscheidet bei der chronischen Gingivitis folgendermaßen:

Plasmazellgingivitis (Autoimmunerkrankung hervorgerufen durch eine Virusinfektion. Möglicher Virenbefall: irgendein Virus der das Immunsystem schwächt, sodass der Körper mit einer Zahnfleischentzündung reagiert, vergleichbar mit Lippenherpes beim Menschen, Caliciviren, Fiv-Viren, FeLv-Viren).
Kann auch genetisch durch Vererbung bedingt sein. In jedem Fall liegt eine Viruserkrankung vor. Hier hilft auch kein Antibiotika. Der Ta verabreicht das Antibiotika, damit sich keine Bakterien in die Entzündungsherde setzen und die ganze Sache verschlimmern. Das Cortison wird als Schmerztherapie eingesetzt. In manchen Fällen wird die Gingivitis auch durch FORL hervorgerufen oder tritt in Kombination mit FORL auf. Als FORL bezeichnet man Viren oder Bakterien, die sich durch die Zahnwurzel in den Zahn fressen und diesen zerstören. Dies kann durch eine Gewebeuntersuchung festgestellt werden. In diesem Falle, leidet die Katze oft unter starken Zahnschmerzen. Da es auch hier keine Behandlung gibt, rät man, dem Tier alle Zähne zu ziehen.
Die Frage ist nun, hat dein Kater auch Zahnschmerzen oder "nur" eine Zahnfleischentzündung? Wenn er noch frisst, ist das eigentlich ein gutes Zeichen! In wie weit ist die Gingivitis vorgeschritten? Sind nur die Zahnhälse stark gerötet? Bilden sich kleine Bläschen auf dem Zahnfleisch? Ist es offen oder blutet es? Wuchert das Zahnfleisch über die hinteren Backenzähne?

Mögliche Ansätze einer Behandlung:
- Antibiotika und Cortison (halte überhaupt nichts davon, wenn die Katze noch keine Schmerzen hat!)
- Homöopatisch: Wir behandeln mit Detisept-Salbe (einmal täglich auf das entzündete Zahnfleisch auftragen) und zweimal täglich eine Tablette Silicea D6 (zur chronsichen Behandlung von Entzündungen jeglicher Art).
Weitere homöopatische Mittel in Form von Kuren:
eine 5-Tages-Kur mit je zwei Spritzen in Kombination. Hierbei handelt es sich um Lachesis/Argentum compl. in Kombination mit Apis comp.. Weitere homöopathische Mittel: Heper Sulfaris und andere. Sollte es sich um eine Immunschwäche handeln, wäre vielleicht eine Futterergänzung mit Colostrum (biologisch) zur Unterstützung des Immunsystems möglich!
- eine Behandlung mit Delvesteron (Antibabypille). Kann auch Katern verabricht werden.
- oder eine Interferon-Behandlung (sehr kostspielig).

Leider muss ich Dir sagen, dass es keine sicheren Heilungschancen gibt und jede Behandlung individuell auf das Tier abgestimmt werden muss. Derzeit behandeln wir ja wie oben beschreiben. Ich meine zu beobachten, dass es ein klein wenig besser wird. Naja, wenigstens wird es nicht schlimmer. Die Dentiseptpaste ist auch homöopatisch und wirkt desinfizierend. Sie lindert den Gestank und vermindert die Bekterienbildung. Zudem ist sie superhaftend, so dass unser Pako sie nicht wieder abschlecken kann.


Hier kannst Du mal selbst recherchieren!
http://www.que.at/html/kleintiere/ka...ingivitis.html
Stomatologie
http://www.vitalitys.ch/PDF/Zaehne_Z...Mundhoehle.pdf
Homöopathie für Katzen
Colostrum - Wikipedia

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen! Gerne kannst Du mcih jederzeit zu diesem Thema ansprechen, wenn Du noch Fragen hast.
__________________
"Jipppiiiiiii! Bis zum nächsten Mal!"
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  #3 (permalink)  
Alt 29.01.2008, 17:38
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Beiträge: 2
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Hallo Hasihopsi

zwar hab ich mit chronischen Zahnfleischentzündungen so gar nichts zu tun (Glück, Glück, Glück!), aber eine der Katzen meiner Eltern hat im Laufe der Zeit (sie wird dieses Jahr übrigens 12 Jahre) so ziemlich alle Zähne verloren. War natürlich sehr unschön, vor allem, weil wir das erst sehr spät mitbekommen haben. Sie hat ja auch immer gut gefressen und war auch immer gut genährt. Als sie dann irgendwann anfing, schlecht zu fressen sind wir auch umgehend mit ihr zum Doc und haben dann ihre Zahnfleischentzündung behandelt. Auf jeden Fall frisst Demmi alles, was sie so mag - besonders gern Trockenfutter.
Wenn sie denn wirklich mal wieder eine schlechte Phase hat, dann verwöhnen wir sie ein wenig mit in Butter gebackenem Hackfleisch, evtl. noch mit etwas Philadelphia verfeinert. Oder mit salzlos gekochtem Rindfleisch (da gibts halt Brühe bei uns) oder was auch immer wir gerade so im Haus haben.
Demmi lebt jetzt schon seit ca. 3 Jahren mit nur 2 Zähnen und sie wird hoffentlich noch sehr alt damit.

Eine Katze ohne Zähne ist zwar nicht wirklich schön, aber sie kann damit durchaus auch eine hohe Lebensqualität haben.
__________________
vlg Minnie
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  #4 (permalink)  
Alt 14.02.2008, 13:09
lui lui ist offline
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Der Geist ist willig...
 
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Beiträge: 4
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Also meine Süße hatte auch schon ein wenig Maulgeruch, nachdem ich sie übernommen habe.
Ich hab es dann erstmal probiert mit Zahnputzleckerlies, also solche Dentasticks. Doch es wurde mit der Zeit einfach nicht besser.
Irgendwann habe ich dann bei der Jahresimpfung auch gleich von meiner Tierärztin aus Teltow von SmartVet die klare Ansage bekommen: da muss jetzt was gemacht werden. Sie hat mir alles genau erklärt und gezeigt und wir haben dann einen Termin gemacht zum Zahnsteinentfernen. Zum Glück war das zahnfleisch noch nicht stark entzündet. Danach hab ich dann als Prophylaxe "Dental" von Royal Canin geben, Lucy schmeckts, und ich kann sie mal wieder mit im Bett haben ohne immer ihre Schnauze wegzudrehen.

Das ist ein Trockenfutter, doch sie bekommt es einmal am Tag und einmal altersgerechtes Trockenfutter, das ich ihr aber in warmen Wasser einweiche, gut für die Nieren und riecht interessanter.
LG Anett
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  #5 (permalink)  
Alt 15.02.2008, 16:13
Benutzerbild von Wölkchen
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Da kannst Du aber beruhigt sein, dass Du mit Hilfer einer Zahnreinigung schlimmeres vermeiden konstest. Bei Pako ist jedoch leider anders. Bei ihm hat das primär nichts mit den Zähnen zu tun! Bei ihm handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit! Wir versuchens weiter!

Hat hier jemand Erfahrung mit der Futterzugabe von Colostrum?
__________________
"Jipppiiiiiii! Bis zum nächsten Mal!"
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