Hallo,
leider geben viele "Züchter" ihre Kaninchen mit 6 Wochen ab. So junge Kaninchen lassen sich leichter verkaufen, denn die Leute wollen ja oft niedliche, süße und kleine Jungtiere. Zudem hat man dann wieder Platz im Stall.
Auch haben Züchter oft Probleme, wenn die Tiere in Kastenhaltung leben. Hier kann das Muttertier sich nicht zurückziehen, ist sehr gestresst und reagiert bald aggressiv auf die Jungtiere. Dann wird natürlich getrennt.
Dieses Verhalten ist aber nicht "normal" und auf falsche Haltung zurückzuführen.
Verantwortungsvolle Kaninchenzucht ist selten und man muss schon sehr gut suchen, um einen solchen Züchter zu finden.
Wobei ich es einem Züchter schon mal hoch anrechne, wenn die Tiere nicht alle in Einzelhaltung sitzen.
Die Absetzphase ist bei Kaninchen relativ riskant. Die Darmflora ist noch nicht stabil, wird das Kaninchen umgesiedelt kommt Stress dazu, Erreger können sich leicht ansiedeln. Krankheiten wie Kokzidiose ist eine häufige Todesursache bei so jungen Kaninchen.
Kaninchen müssen wie alle Tiere ihr Sozialverhalten zum Teil lernen. Das können sie zwar auch später, aber ein guter Start kann viele Probleme von vorneherein beseitigen.
Der Umgang mit erwachsenen Tieren und Geschwistern ist daher sehr nützlich und eigentlich auch nötig.
Kaninchen, die so früh von der Mutter getrennt werden und nur mit einem Artgenossen zusammen gelebt haben, können bei späteren Vergesellschaftungen (die z.B. durch den Tod eines der Tiere meist von Nöten sind) Probleme haben.
Ich selbst habe schon die Erfahrung gemacht, dass solche Tiere bei weitem schwieriger sein können (wenn sie die Dominanten der Konstellation waren) als Kaninchen, die lange Jahre alleine leben.
Ich kenne viele Züchter, die Weibchen zusammenhalten (und finde das auch gut so, schließlich sind Kaninchen Gruppentiere). Man kann aber ein Zuchtkaninchen (das womöglich noch in Außenhaltung lebt) schon mal gar nicht mit einem reinen Liebhabertier (das im Gegenteil dazu dann vielleicht in Innenhaltung lebt) vergleichen.
Auch kenne ich einige Konstellation, in denen Weibchen Jahrelang friedlich in kleinen Käfigen gelebt haben/leben.
Aber in Relation gesehen funktioniert diese Konstellation auf Dauer (meist geht es etwa 1 Jahr gut...) oft eben nicht. Das ist nicht die Erfahrung einer Person, einer Züchterin, sondern sind die vieler Halter und Personen, die Kaninchen vermitteln und mit Rat anderen zur Seite stehen.
Das liegt natürlich größtenteils mit an der Haltung (bei ausreichend Platz ist diese Konstellation auch selten ein Problem, nur haben den die wenigsten), liegt auch mit an der Tatsache dass es keine Zuchttiere sondern reine Liebhabertiere sind.
Du solltest dir, wenn du diese beiden Kaninchen unbedingt, egal was ist, möchtest, eben vorher bewusst sein, dass dich dies (wahrscheinlich nicht vor unlösbare, aber man sollte eben zu einer tiergerechten Lösung bereit sein) vor Probleme stellen kann.
Wobei ich es eigentlich merkwürdig finde, wenn die Züchterin noch überhaupt gar keine Angaben zum Geschlecht machen kann.
Ein guter Züchter ist in der Lage, das Geschlecht relativ sicher bereits am ersten Tag (da ist es noch einfacher als in den folgenden drei Wochen) zu bestimmen.
Hat sie dir da noch gar nichts sagen können?
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Gruß von Moro no Kimi
"Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge,
die sie schon hundertmal gehört haben,
als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist!"
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